Wer alt ist, sollte vor dem Sport stets genug trinken

Bovenau Körperliche Aktivität wirkt nicht nur präventiv, sondern auch therapeutisch. Regelmäßiges Ausdauertraining senkt Blutdruck und Blutfettwerte, verbessert die Glukosetoleranz und wirkt sich positiv auf psychische Krankheiten und Schlafstörungen aus. Krafttraining führt zu einer Zunahme der Knochendichte und reduziert damit das Frakturrisiko. Hiervon können, wie Professor Klaus-Michael Braumann aus Hamburg sagt, auch und gerade ältere Menschen profitieren. Relevant für alte Menschen sind aber nicht nur die präventiven und therapeutischen Effekte von regelmäßiger Bewegung, wie der Hamburger Sportmediziner bei einem Symposium der Strathmann AG im schleswig-holsteiniscben Bovenau gesagt hat. Wichtig sei vor allem auch der Erhalt einer allgemeinen Fitueß, um Alltagsbelastungen möglichst lange bewältigen zu können. Denn die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab. Das äußere sich in einer re-duzierten kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit sowie nachlassender Muskelkraft, Flexibilität, Balance und Nervenleitgeschwindigkeit, so Braumann.

Regelmäßiges Sporttreiben kann die Abnahme der Herz-Kreislauf-Lei-stung erheblich hinauszögern, auch bei über 70-jährigen, wie Braumann betonte. Auch Muskelkraft und Koordination könnten durch ein spezifisches Training verbessert werden. Dadurch werde die Handlungskompetenz alter Menschen gestärkt und ein selbständiges Leben ohne fremde Hilfe ermöglicht.

Das Training älterer Menschen sollte laut Braumann nicht nur sportliche Aufgaben, sondern auch psychische und soziale Aspekte beinhalten. Wichtig seien zum Beispiel Übungen, die für Alltagssituationen fit machen und das Gleichgewicht schulen.,, Es müssen mehrere Dinge zur gleichen Zeit realisiert werden", betonte der Sportmedizinen Das falle alten Menschen häufig schwer und führe leicht zu Unfällen zum Beispiel im Straßenverkehr.

Eine mögliche Gefahr für aktive ältere Sportler betreffe die Niere. Da bei sportlicher Betätigung die Nierendurchblutung gedrosselt werde, könnten passagere Nierenfunktionsstörungen auftreten. Dies werde durch Flüssigkeitsmangel und Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) verstärkt. Daher: Vor dem Sport keine NSAR nehmen und ausreichend trinken.

Ärzfe Zeitung 08.03.2000