Regelmässige Belastung der Gelenke durch Sport kräftigt den Knorpel

Anders als die meisten Zelltypen haben menschliche Knorpelzellen in vivo kein Regenerationspotential. Was durch Verletzungen oder durch Verschleiß an Knorpel-substanz verloren geht, wird somit auf natürliche Weise nicht mehr adäquat ersetzt. Forscher arbeiten jedoch fieberhaft daran, hier durch neue Transplantationstechniken und vielleicht auch auf dem Wege der Gen-Therapie korrigierend eingreifen zu können.

Wissenschaftler suchen auch schon die vermuteten Hemmstoffe, die eine regenerative Knorpelzeilvermehrung in vivo unterbinden, wie Pförringer berichtete. Anregungen dazu werden unter anderem aus Forschungen zum Ghondrosarkom, bei dem bekanntlich eine ungebremste Knorpelzellvermehrung stattfindet, erwartet. Dieser Zusammenhang verweise aber auch auf Risiken, die mit einer zukünftigen therapeuti-schen In-vivo-Wachstumsanregung von Knorpelzellen verbunden sein könnten.

Wer glaube, Sport fördere den Knorpelverschleiß, irre. Regelmäßige Gelenk- belastungen durch Sport kräftigten nicht nur Muskeln, Sehnen und Bänder, sondern auch den Knorpel, der dabei bei gleichbleibender Zellzahl dicker und widerstandsfähiger werde, so Pförringer. Inaktivität habe jedoch gegenteiligen Effekt und beschleunige die Degeneration. Nur wer immer wieder sportmedizinische Ba-sisregeln breche und etwa ständig in falschem Schuhwerk jogge oder seine individuelle Belastungsgrenze regelmäßig überschreite, ohne auf Einhalt gebietende Schmerzsignale zu achten, riskiere Überlastungsschäden mit vorzeitiger Arthrose.

Ärzfe Zeitung 08.03.2000