Arthrosepatienten profitieren von Walking oder Hanteltraining

Winston-Salem. Ältere Patienten mit Kniegelenksarthrose können ihre Standfestigkeit mit einem langfristigen Muskeltraining oder einem Laufprogramm wirkungsvoll bessern. So lässt sich möglicherweise auch die Sturzgefahr mindern. Das hat eine Studie ergeben, die den Effekt eines Trainings über 18 Monate untersucht hat.

An der amerikanischen FAST-Studie (Fitness, Arthritis and Seniors Trial) haben 103 Patienten über 60 lahre mit einer Kniegelenksarthrose teilgenommen. Sie wurden zufällig einer von drei Gruppen zugeteilt: einer mit aerobischem Walking, einer mit theoretischer Gesundheits-Erziehung und einer mit Muskelaufbautraining - je dreimal wöchentlich.

Bei fast 72 500 Frauen waren in der Nurses-Health-Study seit 1976 umfassende Gesundheitsdaten per Fragebogen erhoben worden. Frühere Analysen hatten bereits positive Effekte von Sport auf das Risiko von Frauen für Herzkrankheiten, Altersdiabetes, Osteoporose und verschiedene Krebs-arten ergeben. Das Walking bestand aus fünf Minuten Aufwärmen, 40 Minuten Laufen mit einer Intensität, die 50 bis 85 Prozent der kardialen Reserve entsprach, und fünf Minuten Abkühlen. Das Muskeitraining umfasste neun Übungen mit Hanteln und Armgewichten mit jeweils zweimal zehn bis zwölf Wiederholungen. Bei der Gesundheitserziehung wurde Wissenswertes zum Thema Arthrose vermittelt. Das Programm wurde zunächst jeweils drei Monate lang in einem therapeutischen Zentrum ausgeführt und dann 1 5 Monate lang zu Hause fortge-setzt, wie Wissenschaftler um Dr. Stephen P. Messier von der Wake Forest University in Winston-Salem im US-Staat North Carolina berichten (I Am Geratr Soc 48, 2000, 131). Ausgewertet wurde das Balancevermögen - auf einem oder zwei Beinen, mit offenen und geschlossenen Augen.

Ziel der Untersuchung war es, festzustellen, ob sich durch ein Sportprogramm die Standfestigkeit von Patienten mit Kniegelenksarthrose bessern lässt. Denn typische Folgen dieser degenerativen Erkrankung sind Muskelschwäche und Abnormalitäten beim Gehen. Diese Funktionseinschränkungen wirken sich ungünstig auf die Balance aus und gelten als Risikofaktor für Stürze.

Tatsächlich besserte sich die Standfestigkeit der Probanden durch ein Sportprogramm deutlich im Vergleich zu jenen, die nur am theoretischen Programm teilgenommen haben. So war die Standfestigkeit auf zwei Beinen bei geschlossenen Augen in den beiden Trainingsgruppen signifikant besser als in der Vergleichsgruppe ohne Sport. Hanteltraining besserte nach Angaben der US-Forscher die Balance. Auf einem Bein schnitten die sportlichen Teilnehmer bei offenen Augen deutlich besser ab. Besonders lange konnten Walking-Teilnehmer die Balance halten. Bei geschlossenen Augen gab es zwischen den beiden Sport-Gruppen keine auffälligen Unterschiede.

Ärzfe Zeitung 24.05.2000